Bittere Klatsche in Entenhausen

"Mund abwischen, weiter machen!" - TBB-Kapitän Dragan Dojcin mit den großen Jungs nach der Klatsche in Quakenbrück. Foto: Heiko Schmitz.

"Mund abwischen, weiter machen!" - TBB-Kapitän Dragan Dojcin mit den großen Jungs nach der Klatsche in Quakenbrück. Foto: Heiko Schmitz.

Das hat nicht sollen sein, war aber auch fast abzusehen: Die TBB Trier hat am Mittwoch abend ihr Auswärtsspiel gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück mehr als deutlich mit 88:62 verloren. Im umgekehrten Fall wäre es erst das zweite Mal gewesen, dass eine Trierer Mannschaft Punkte aus der Artland Arena hätte entführen können – das bisher einzige Mal liegt sechs Jahre zurück. Auf Trierer Seite fehlt zudem immer noch Philip Zwiener.

Der Schlüssel zum Erfolg lag für “Entenhausen”, wie Quakenbrück in (gegnerischen) Fankreisen liebevoll genannt wird, in einer extrem konsequenten Pick-and-Roll-Verteidigung gegen Triers Aufbauspieler Dru Joyce (Foto: rechts). Joyce bekam über die gesamte Spielzeit den Ball viel zu selten zu Center Maik Zirbes ans Brett. Durch diese Taktik der Hausherren geriet Trier schon im ersten Viertel ins Hintertreffen. Auch offensiv hatten die Dragons einen hervorragenden Tag erwischt, der nur 1,70 Meter kleine Spielmacher David Holston sorgte entweder selbst für Punkte oder bediente seine (deutlich) größeren Kollegen Darren Fenn und Anthony King. Auch als Kollektiv agierte Quakenbrück schnell und abschlusssicher.

TBB-Coach Henrik Rödl nahm bereits früh in der Partie seine erste Auszeit, da hatte Maik Zirbes beim Stand von 13:5 schon zwei Fouls auf dem Konto, sein Gegenspieler Darren Fenn konnte mit zwei Freiwürfen die Führung zweistellig machen. Die TBB-Offensive blieb auch nach der Standpauke wackelig, produzierte viele Fehlversuche, der spätere Topscorer Dragan Dojcin (19 Punkte) hatte Probleme seinen Wurf zu finden, während die Dragons beständig punkten konnten: 21:10 der Stand zur ersten Viertelpause.

Im zweiten Viertel schien die TBB Trier kurzzeitig zu ihrem Spiel zu finden, kann auf sieben Punkte herankommen (27:20), dennoch dominierten die “Drachen” nach wie vor diese Partie, Holston war im Duell mit Joyce offensiv wie defensiv der klare Gewinner – erst bedient er King zum 36:22, danach trifft er den Dreier zum 39:24: eine starke Vorstellung des kleinsten Spielers der Beko BBL, insgesamt kam er auf 12 Punkte und 5 Assists. Joyce kann zwar noch einmal mit einem weiteren Dreier kontern, zur Halbzeit steht es aber immer noch 45:32.

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Auch nach der Pause fand die TBB kein Mittel, wirkte oft auch etwas unkonzentriert, so wie gleich zu Beginn des dritten Abschnitts, als Adam Hess, berüchtigter Scharfschütze in Diensten der Gastgeber seelenruhig aus der Ecke zum 48:32 einnetzen konnte. Trier hatte als Antworten lediglich ebenfalls Distanzwürfe parat, Maik Zirbes sah am Brett keinen Ball, auch Power Forward Dragan Dojcin musste sich notgedrungen aus der Zone ins “Dreierland” zurückziehen. Im Gegensatz zum eigentlichen Dreierspezialisten der TBB, E.J. Gallup, traf er auch, Gallup wurde zu eng verteidigt – Dragons-Coach Stefan Koch hatte sich und sein Team exzellent auf den Gegner von der Mosel vorbereitet. Trier versucht es mit einer Zonenverteidigung, doch auch hier bleiben die Drachen gefährlich: wieder Hess per Dreier zum 53:40.

Die Partie war beim Stand von 67:45 nach drei Vierteln quasi entschieden, die Artland Dragons siegen ebenso hoch wie hochverdient mit 88:62 – für Trier kein Beinbruch, aber nach einer starken Vorstellung letzten Freitag gegen Bremerhaven doch ernüchternd. Viel Zeit zum nachdenken bleibt indes nicht, denn schon am Samstag geht’s in der heimischen Arena gegen ratiopharm Ulm weiter, einer Mannschaft die sich in beeindruckender Frühform präsentiert.

TBB-Kapitän Dragan Dojcin weiß um die Vorzüge eines engen Spielplans in der momentanen Situation: “Das war heute nicht gut, da ist es sinnvoll, dass es für uns schnell weiter geht. Wir müssen zwar aus dieser Partie lernen, aber wir sollten sie auch schnell abhaken und uns an unserer Leistung im Spiel gegen Bremerhaven orientieren. Heute war unsere Verteidigung schlecht, wir haben die ersten Pässe von Quakenbrück nicht konsequent genug unterbunden, haben ihnen dann beim Rebound zuviele zweite Chancen ermöglicht und waren insgesamt nicht aggressiv genug.”

Assistenztrainer Thomas Päch lobte noch einmal die Arbeit des Gegners: “Respekt vor dieser Leistung an Stefan Koch und die Artland Dragons – sie waren exzellent vorbereitet, haben uns eine unsere wichtigsten Angriffsoptionen, das Pick and Roll, weggenommen. Da wird es dann schwer bis unmöglich.”

TBB: Dojcin 19, Joyce 15, Gallup 8, Zirbes 6, Picard 5, Faßler 4.
ART: Hess 19,  Fenn 13, Peavy 13, Holston 12, King 12.

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Eingeordnet unter Sport, Trier

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