Trierer Arena zu heiß für die Eisbären

"Ich habe Ehrfurcht vor steinalten Serben" - Dragan Dojcin markierte an seinem Sahnetag 21 Punkte. Foto: Thewalt.

"Ich habe Ehrfurcht vor steinalten Serben" - Dragan Dojcin markierte an seinem Sahnetag 21 Punkte.

Die Erwartungen an Henrik Rödls Team sind hoch in diesem Jahr: die Liga ist mit den Aufsteigern Würzburg und München stärker geworden – ob Rödls Team es auch ist, sollte sich unter anderem im ersten Heimspiel am Freitag abend zeigen. Und eins war schnell klar: schwächer ist die TBB in jedem Fall nicht geworden.

Die TBB Trier besiegt in ihrem ersten Heimspiel der Beko BBL Saison 2011/12 die überforderten Eisbären Bremerhaven mit 75:56. Erfolgsgaranten waren Kapitän Dragan Dojcin, Center Maik Zirbes und Neuzugang Nate Linhart.

Es war ein furioses erstes Viertel, das der TBB Trier den Weg in die Partie vor 3106 Zuschauern ebnete: Trier spielte, Bremerhaven sah zu, bereits nach drei Minuten stand es 10:0, und Bremerhavens Coach Douglas Spradley nahm die erste Auszeit, um seinem Team deutlich zu erklären, was ihm bislang nicht gefallen hatte.

Als da wären: Triers Neuzugang Nate Linhart hatte mit schnellen Händen in der Defense den Ball geklaut, Dru Joyce sprintet nach vorn, legt auf Zirbes ab, und der stopft das Ding gegen zwei machtlose Eisbären durch die Reuse. Einen Bonusfreiwurf gab’s obendrauf: 3:0. Dann ist es zweimal Dragan Dojcin, der serbische TBB-Kapitän, der sich stark durchsetzt und 5 Punkte in Folge markiert: 8:0. Und schließlich schickt Joyce dann Linhart zum 10:0 – da musste die Sirene der Arena zur Auszeit tröten.

Doch erstmal fruchtete das nicht: Die TBB kann den Vorsprung auf 14:0 ausbauen, der Playoffkandidat aus dem Norden war immer noch völlig von der Rolle. Am Ende des ersten Abschnitts stand es 22:9, Bremerhaven hatte sich diese Punkte an der Freiwurflinie erarbeiten müssen, die Trierer Defensive stand wie eine Wand.

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Zu Beginn des zweiten Viertels vergaben die Hausherren dann offensiv einige weit offene Chancen, gestatteten den Gästen aus Bremerhaven so ein 23:15; die Eisbären hatten sich zwischenzeitlich vor allem im Rebound gesteigert. Oskar Faßler erlöste die Trierer dann mit einem verwandelten Distanzwurf zum 25:15, die TBB erwachte und zog gleich die Zügel wieder an. Auch ohne Dru Joyce, der schon früh mit drei Fouls belastet war, konnte Trier mit einer 37:24 -Führung in die Pause gehen – die Sirene kam allerdings genau rechtzeitig aus Sicht der TBB, die sich kurz vor Viertelende noch einmal einige Schnitzer leistete.

Offensiv noch etwas glücklos, im Aufbau mit der nötigen Übersicht: John Bynum entlastete Dru Joyce kompetent.

Offensiv noch etwas glücklos, im Aufbau mit der nötigen Übersicht: John Bynum entlastete Dru Joyce kompetent.

Es kam wie erwartet: Bremerhaven erwischte den besseren Start in die zweite Hälfte – Doug Spradley dürfte einiges zu meckern gehabt haben. Mit einem 9:0-Lauf verkürzen die Norddeutschen ihren Rückstand auf 37:33. Trier ließ sich von der kleinlichen Linie des schwachen Schiedsrichtergespanns Reiter/Groll/Panther anstecken und wurde nervös, ein Dreier von Bremerhavens ansonsten eher farblosen Jason Cain bedeutet das 39:36 – sollte die Partie nach dem Blitzstart der TBB Trier doch nochmal spannend werden?

Die Antwort ist: Jein. Trier wurde rechtzeitig wach, beendete das Viertel mit 53:44. Vorher hatte Jason Cain noch wegen Meckerns ein technisches Foul bekommen, die TBB konnte nur einen der vier fälligen Freiwürfe verwandeln. Es lief in die richtige Richtung für Henrik Rödls Männer – aber der Deckel war auf diesem Fass noch längst nicht drauf.

Das sollte dauern bis gut vier Minuten vor Schluss, als Dragan Dojcin an seinem Sahnetag (insgesamt 21 Punkte, 5 Rebounds, zwei Assists) zwei Dreier in Folge versenkte – das brach den Bremerhavener Widerstand beim Stand von 69:48. Die Eisbären hatten sich tapfer gewehrt, waren aber über weite Strecken immer noch mit der Trierer Intensität überfordert. Und Trier spielte jetzt groß auf, arbeitete gut im Rebound und verwandelte endlich die daraus entstehenden Möglichkeiten. Das Highlight des Viertels war ein pfeilschnelles coast-to-coast-Dribbling von Oskar Faßler, der drei Gegnern nur noch die Schuhsohlen zeigte und krachend per Dunking zum 61:46 abschloss.

Die TBB verlegte sich nach den beiden Dojcin-Dreiern dennoch nicht aufs Schaulaufen, sondern spielte weiter ihre Systeme zu Ende bis zum hochverdienten 75:56-Endstand.

Trotz schwacher Gäste ein Ergebnis das Mut macht, fehlte doch auf Trierer Seite auch noch Topscorer Philip Zwiener aufgrund eines Bänderanrisses im Sprunggelenk.

 

Die TBB trifft bereits am kommenden Mittwoch auswärts auf die Artland Dragons aus Quakenbrück. TBB-Hallensprecher Chris Schmidt überträgt die Partei live im online-Radio, zu hören unter www.basketball-stream.de.

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