Knappes Ding zum Schluss – TBB Trier wird Tabellenzehnter

Spieler des Tages mit 100%iger Dreierquote: Oskar Faßler. Foto: Thewalt.

Spieler des Tages mit 100%iger Dreierquote: Oskar Faßler. Foto: Thewalt.

Trier spielt am letzten Spieltag der Hauptrunde gegen die Artland Dragons Quakenbrück, und was vor der Sasion niemand für möglich gehalten hätte: Es ging noch darum, ob die TBB die Playoffs noch packt.

Es war ein Spiel für Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit – vier Spielstände musste der geneigte Fan gleichzeitig im Auge behalten, neben dem Geschehen in der Arena entschieden auch noch die Ergebnisse der Paarungen Ulm – Bremerhaven, Frankfurt – Ludwigsburg und MBC – Göttingen über die Frage, ob Trier am Ende des Abends über den letzten zu vergebenden Playoff-Platz 8 würde jubeln können. Wer dabei zu sehr aufs Handy oder den Laptop starrte, um die anderen Hallen virtuell zu beobachten, verpasste eine unterhaltsame Basketball-Partie mit jeder Menge Highlights von Anfang an.

Den ersten Minuten war dabei auf Trierer Seite der Ernst der Lage nicht anzumerken, Henrik Rödls Team spielte befreit und mit jeder Menge Spielwitz auf, Maik Zirbes stieg mit einem krachenden Alley Oop Dunk nach Anspiel von Barry Stewart Oskar Faßler in die Partie ein und ließ direkt danach einen Monsterblock unter dem eigenen Korb folgen. Trier kommt mit einem Dreier von Dru Joyce erstmal auf 9:4 weg, wird von Adam Hess zum 9:9 aber wieder eingefangen. Oskar Faßler feiert sein endgültiges Comeback nach langer Verletzung – an diesem Ostersamstag war die Trierer Nummer 11 endlich wieder bei 100%: Ein frecher Dreier, gleich im Anschluss ein Dunking mit Foul – Oskar Faßler schießt die TBB zum 14:9 gegen den Tabellenvierten, völlig ohne Angst im Nacken. Die Dragons kommen nochmal auf, doch Samy Picard trifft nach gutem Einsatz zum Viertelende zum 21:18.

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Das zweite Viertel gehört weiter Faßler, noch zweimal trifft er von jenseits der 6,75m. Doch Trier hat defensiv Mühe mit dem extrem schnell gestrickten Offensivspiel der Dragons, die immer wieder den Extrapass
zum freien Mann unterbringen können. Davon profitiert vor allem Nathan Peavy mit neun Punkten im zweiten Viertel. Bis zum Stand von 30:30 knapp vier Minuten vor der Pause war die Partie wieder weit offen, dann schießen Faßler mit seinem dritten und Dojcin mit dem berühmten GANZ wichtigen Dreier zum verdienten 37:33-Halbzeitstand.

Aus dieser Halbzeit kommen die Hausherren deutlich dominanter zurück. Trier gestattet den Dragons fast drei Minuten gar nichts und setzt sich auf 42:33 ab – wieder hat Dragan Dojcin eiskalt aus der Distanz vollstreckt, wieder sind es „big points“, und sie zwingen Stefan Koch zur Auszeit. Doch dann zeigen die Dragons, warum ihnen manche sogar die Meisterschaft zutrauen würden (vorausgesetzt, Bamberg gibt sie noch her). Stefan Kochs Team trifft drei Dreier in Folge, dazu noch zwei Freiwürfe vom starken Nathan Peavy: 44:44, ein starkes Comeback mit Ausgleich in kürzester Zeit. Das Viertel endet mit 49:49, alles offen, alles drin – laut Blick auf den Liveticker auch noch die Playoffs für Trier, lediglich in Ulm spielten die Eisbären Bremerhaven aus Trierer Sicht zu stark auf.

Hatten die Artland Dragons im dritten Viertel gezeigt, warum sie ein Spitzenteam sind, zeigte die TBB in der Mitte des letzten Abschnitts, warum in diesem Jahr jeder Gegner Respekt vor Trier haben musste: Quakenbrück hatte bis dahin stark aufgespielt und wollte die Vorentscheidung erzwingen. Doch beim Stand von 51:59 kann Trier die Uhr runterverteidigen, Dru Joyce, John Bynum und der nächste Dreier von Dragan Dojcin – er hat diese Saison schon so oft bewiesen, dass er die großen Dinger macht – 58:60. Doch der Trierer Lauf war noch nicht zu Ende, Maik Zirbes trifft einen Mitteldistanzwurf, den er unter Henrik Rödls Vorgänger Yves Defraigne noch nicht einmal genommen hätte, und Oskar Faßler macht seine hundertprozentige Dreierquote perfekt: 4 von 4. Trier führt mit 63:62, es sind noch 2:30 Minuten zu spielen. Das Spiel geht an die Freiwurflinie, es wird taktisch. 15,8 Sekunden vor Schluss hat Dru Joyce einen Freiwurf zum 64:64 getroffen, Trier hat nach eigener Auszeit Einwurf Seite – Zeit genug für die Sensation. Obwohl in dieser Sekunde feststeht, dass Bremerhaven sicher in den Playoffs ist, wollen 4051 Zuschauer in der Arena Trier einen Sieg feiern. Dragan Dojcin wird gefoult, trifft nur einen, der Rebound des zweiten ist bei Maik Zirbes, der Ball geht ins Aus – Ballbesitz Quakenbrück, eine klare Fehlentscheidung von Schiedsrichter Dr. Enrico Streit, Zirbes war nicht zuletzt am Ball. Tyrese Rice gibt Gas, sein Leger springt wieder raus, und dann ist es ausgerechnet Darren Fenn, der den ganzen Abend farblos geblieben war, der den Abpraller einlegt. Dru Joyces Notwurf eine Sekunde vor Schluss verhungert und ändert nichts am 65:66 Endstand einer niveauvollen und höchst unterhaltsamen Partie.

Trier beendet die Saison auf Tabellenplatz 10, Bremerhaven und Göttingen belegen die begehrten Plätze 7 und 8. Ludwigsburg wird undankbarer Neunter.

6 Kommentare

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6 Antworten zu “Knappes Ding zum Schluss – TBB Trier wird Tabellenzehnter

  1. Christian Dirr

    Gibt eine B-Meinung zum Rebound. Ein Freund saß auch nahe dran und meint es wäre richtig gewesen. Zribes hätte den Ball aus der Hand geschlagen bekommen, aber nochmal danach gefischt und ihn nochmal berüht. Ich konnte es nicht sehen. Gruß

  2. Christian Dirr

    Merkt eigentlich außer mir noch jemand wie viel besser Dein Bericht ist als der auf der TBB-Homepage?? Selbst wenn man gnädig darüber hinweg sieht, dass der TBB-Bericht den Alley-Hoop Dojcin zuschreibt.

  3. Wenn es nur hier steht, merkt es wahrscheinlich wirklich keiner… Abgesehen davon hätte ich Dragan auch gerne fliegen sehen.

  4. Zu Zirbes‘ Ausball: Nie im Leben! Aber das ist einer der schwierigsten calls die es gibt, insofern halte ich mich da auch normalerweise zurück. In diesem Fall bin ich aber sicher. Und ich glaube, dass der Pfiff auch anders gelaufen wäre, hätte Zirbes nicht vorher in einer ähnlichen Situation schon einen Ausball für sich beansprucht – und nicht bekommen. Lass‘ Maik mal so alt werden wie BoumtjeX2, dann bekommt er diese Pfiffe auch…

  5. manu

    aber der alley oop auf zirbes am anfang war nach vorlage von fassler, bin ich mir sehr sicher.

  6. manu hat recht, wurde auch so gescoutet. my bad.

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