TBB Trier verliert in Bamberg mit 80:61 – George Evans verlässt Trier

An einem strahlenden Frühsommertag im April trifft die TBB Trier auf den amtierenden Deutschen Meister und frisch gebackenen Pokalsieger Brose Baskets Bamberg. Das Endergebnis geriet nach der Partie aus Trierer Sicht allerdings zur Nebensache: Henrik Rödl verkündete in der Pressekonferenz, dass George Evans (Archivfoto: Thewalt), Topscorer für die TBB mit 17 Punkten und 8 Rebounds, Trier morgen früh aus familiären Gründen verlassen wird. Rödl bedankte sich bei der „unglaublichen Persönlichkeit“ George Evans, wollte sich ansonsten nicht weiter äußern, auch Evans selbst stand nicht für ein Statement zur Verfügung.

Die Brose Baskets starten in der brachial lauten Stechert-Arena schnell und effizient in die Partie: 8:2 steht es nach knapp drei Minuten, Goldsberry und Suput waren mit je einem Dreier erfolgreich, Tibor Pleiß trifft ebenfalls aus der Mitteldistanz – die Gastgeber halten sich zunächst mit Erfolg vom offensiven Brett fern, verhindern in der eigenen Defensive gekonnt Trierer Punkte. Henrik Rödl ruft bereits zur Hälfte des ersten Viertels zur ersten Auszeit – der Stand von 10:2 mag als gute Begründung dafür gelten.

Die TBB wirkte danach wacher, Dru Joyce kann sich nach einem schön gesetzten Block von Maik Zirbes zum Bamberger Korb davonstehlen und trifft zum 10:6, in der nächsten Sequenz gelingt Barry Stewart ein spektakulärer Steal gegen Tibor Pleiß. Trier agierte in dieser Phase vor allem stark am offensiven Brett, kam durch gute Reboundarbeit zu zweiten Chancen und konnte auf 15:11 verkürzen, bevor diesmal Chris Fleming die Auszeit nahm. Eine schnelle Trierer Zonenverteidigung erzwingt einen Bamberger Ballverlust, George Evans tanzt im Gegenzug wunderschön seinen Gegenspieler aus und trifft zum 15:13 – Trier hatte sich definitiv nicht überrollen lassen, mit 19:15 ging es in die Viertelpause.

Trier arbeitete weiter geduldig in die richtige Richtung, eine zunehmend intensive Verteidigung zwingt den Meister zu Fehlwürfen, Dru Joyce lenkt das Offensivspiel clever und findet in der Bamberger Zone George Evans – nach 2:15 im zweiten Viertel ist der Ausgleich geschafft: 19:19. Bamberg kann seinerseits mit vollem Körpereinsatz mehrmals die Trierer Angriffszeit wegverteidigen – die Hausherren profitierten dabei merklich von einer eher toleranten Linie des Schiedsrichtergespanns Schmidt, Neubecker und Michael.
Bamberg wäre nicht Bamberg und in eigener Halle ungeschlagen, wenn sich Chris Flemings Männer von einem zwischenzeitlich starken Gegner beeindrucken ließen: Die Brose Baskets starten einen blitzschnellen 11:1-Lauf, dem Trier nichts entgegensetzen kann – als Karsten Tadda dann knapp drei Minuten vor der Halbzeit zwei Dreier in Folge zum 36:22 trifft, scheint Trier erst mal weg vom Fenster. Und Brose ließ nicht nach: Noch weitere sieben Punkte schenkten die Franken den Gästen von der Mosel ein, darunter einen Dreier mit der Pausensirene von Reyshawn Terry zum 43:22-Halbzeitstand. Eine beeindruckende Vorstellung vom Deutschen Meister und frisch gebackenen Pokalsieger, bei dem zudem bis zur Halbzeit kein Spieler zweistellig gepunktet hatte – ein starkes Kollektiv mit individueller Klasse ließ die TBB Trier nicht zur Entfaltung kommen.

Henrik Rödls Ansprache zur Halbzeit war vergleichsweise kurz, anscheinend aber doch wirkungsvoll – die TBB spielte zu Beginn des dritten Viertels total unbeeindruckt vom Halbzeitstand. George Evans leistete am offensiven Brett hervorragende Arbeit gegen den halb so alten und einen Kopf größeren Tibor Pleiß. Trier konnte sich im dritten Abschnitt dank großer Disziplin auf 55:43 herankämpfen – doch zum Viertelende zeigte Bamberg dann wieder Klasse und zog mit sicheren Distanzwürfen auf 60:33 davon. Die Partie schien gelaufen, war daber dank aufopfernd kämpfender Gäste alles andere als langweilig – 6800 Zuschauer in der ausverkauften Stechert-Arena sahen großen Sport auf gutem Niveau. Was auf der Anzeigetafel wie ein Klassenunterschied wirkte, war lediglich der ganz normale Bamberger „Niveau-Wahnsinn“ – dieses Team ist dem Rest der Liga, inklusive den DEUTSCHE BANK SKYLINERS und ALBA BERLIN dieses Jahr einfach anderthalb Schritte voraus. Im vierten Viertel ließ Barry Stewart noch einmal seine Qualitäten als „Wühler“ und exzellenter Dreierschütze aufblitzen, auch Samy Picard trug sich noch mit drei Punkten in die Liste ein – doch Bamberg sollte dieses Ding nicht mehr hergeben, führte zwischenzeitlich wieder mit 20 Punkten (70:50) und gewann letztlich, bis auf eine kurze Schwächephase im zweiten Viertel ungefährdet, mit 80:61. Den Schlusspunkt setzte Kyle Hines mit einem Dreier aus der Ecke.

Für Trier kein Beinbruch – Henrik Rödls Team liegt mit 16 Siegen aus 30 Spielen voll im Soll und hatte sicher keine zwei Punkte aus dem Trip an die Regnitz eingeplant, um im Playoff-Rennen zu bleiben – viel schwerer wiegt George Evans‘ Weggang. Bamberg bleibt weiter mit 10 Punkten Vorsprung Tabellenerster.

Henrik Rödl, Headcoach, TBB Trier: „Ich möchte mich ganz herzlich bei George Evans bedanken, für alles was er dieses Jahr für uns getan hat – er ist eine unglaubliche Persönlichkeit und hat uns weiter gebracht, wir wären ohne ihn nicht da, wo wir sind. Er wird uns heute aus privaten Gründen verlassen, ich habe deshalb Schwierigkeiten, über das Spiel zu reden. Glückwunsch an Chris und seine Mannschaft, die heute bestätigt hat, was sie schon die ganze Saison gespielt hat.“

Chris Fleming, Headcoach Brose Baskets Bamberg: „Respekt an Henrik Rödl für das, was er mit seinem Team geleistet hat, sie spielen diszipliniert und konstant. Trotz ihres kleinen Budgets stehen sie nicht umsonst auf einem Playoff-Platz. Es ist sehr schade, dass Evans geht, ich wünsche ihm alles Gute – ein Spieler, der mit 40 Jahren keinen Tag älter als 25 Jahre ausgesehen hat.“

Thomas Päch, Co-Trainer TBB Trier: „Bamberg ist momentan die beste Mannschaft in Deutschland – die Art und Weise wie sie spielen, was für Spieler sie haben ist beeindruckend. Wir haben den Kampf in der ersten Halbzeit nicht angenommen, haben uns rumschieben lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir das besser gemacht, aber Bamberg hat hier heute verdient gewonnen.“

Statistik der Beko BBL

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